Die gesetzliche Krankenkasse KKH-Allianz beteiligt sich an den Kosten für homöopathische Behandlungen und Arzneimittel, wenn diese im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung durchgeführt bzw. verordnet werden. Für die Verordnung homöopathischer Arzneimittel gelten bestimmte Voraussetzungen.
Die meisten Naturheilverfahren haben eine lange Geschichte. Sie reichen weit in die Zeit zurück, als die Menschen nur auf das zurückgreifen konnten, was ihnen die Natur bot: Licht, Luft, Pflanzen, Wasser, Erde und Bewegung.
So haben Pflanzenextrakte, Teeaufgüsse, Umschläge mit Kräutern oder Erde, aber auch geistige Methoden wie Trance und Meditation einen festen Platz im Erfahrungsschatz alter Kulturen. Die Methoden und Mittel können unterschiedlich sein, haben aber alle gemeinsam, dass sie auf langen Erfahrungen beruhen und stets die Behandlung des ganzen Menschen im Auge haben.
Homöopathie: Heilen mit Ähnlichem, die Potenzierung der Wirkstoffe
Charakteristisch für homöopathische Arzneimittel ist das Verfahren der Potenzierung (von lat. potens = mächtig). Von Kritikern lediglich als eine Verdünnung der Wirkstoffe angesehen, ist diese Methode das Herz der homöopathischen Arzneimittelherstellung. Dabei gilt: Je höher die Potenz, desto stärker die Wirkung.
So entstehen Dilutionen (Lösungen) und Globuli (Kügelchen),
Tabletten und Triturationen (Verreibungen):
- D1: Aus einer Urtinktur, der reinen Ausgangssubstanz, wird in einem ersten Potenzierungsschritt ein Teil mit neun Teilen Alkohol versetzt und nach genauen Vorschriften geschüttelt. (Die Wirkstoffkonzentration ist also 1:10.)
Globuli werden hergestellt, indem Zuckerkügelchen in der entsprechenden Dilution geschüttelt werden. Tabletten und Triturationen (Verreibungen mit Milchzucker) werden nach demselben Prinzip hergestellt.
- D2: Ein Teil D1 wird mit neun Teilen Alkohol geschüttelt.
(Die Wirkstoffkonzentration ist also 1:100.)
So geht es immer weiter: Ein Teil der schon vorhandenen Potenz wird mit neun Teilen Alkohol versetzt und geschüttelt, um die nächst höhere Potenz zu bekommen. Je höher die Potenzen sind, desto weniger Wirkstoff ist nach naturwissenschaftlichem Verständnis vorhanden. Das wird besonders deutlich bei den Hochpotenzen C und LM. Bei den C-Potenzen sind die Potenzierungsschritte nicht 1:10, sondern 1:100. Um die C1 herzustellen, wird ein Teil Urtinktur mit 99 Teilen Alkohol (oder Milchzucker bei Verreibungen) geschüttelt (verrieben), dann ein Teil C1 mit 99 Teilen, um die C2 zu bekommen usw. Bei LM-Potenzen ist das Mischungsverhältnis etwa 1:50.000.
Doch nach homöopathischem Verständnis kommt es nicht auf die Menge an Wirkstoff an. Die Wirkung von Hochpotenzen wird von Homöopathen auf die Energie zurückgeführt, die durch das intensive Schütteln in die Arznei gelangt sein soll. Demnach sind die Hochpotenzen stärker wirksam, da sie am längsten und intensivsten bearbeitet wurden.
Bei diesen Empfehlungen gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über Behandlungen, die Sie von sich aus durchführen, und gehen Sie bei länger andauernden Beschwerden auf jeden Fall zu Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin.